Geschichte & Tradition

Wenige Orte in Europa haben eine so interessante und bedeutungsvolle Geschichte wie Bad Gastein.’
Die imponierende Architektur und die stilvollen Gebäude zeigen einen Reichtum an, der in einem Ort dieser Größe nicht so leicht wiederzufinden ist. Eine Architektur, die man nur in Wien, Prag und einer Handvoll anderer Städte in der alten Habsburger Doppelmonarchie Österreich- Ungarn wiederfindet.
Vor fast 7000 Jahren, in der früheren Steinzeit, hat man Spuren von Menschen in dem größten Seitental der Salzach gefunden.
Der Name „ Gastein“ stammt von den Kelten, die 400 Jahre v.Ch. vom Westen eingewandert sind.
Die erste Zeichnung vom Gasteinerkrug ist aus dem Jahre 1327 und wurde das Wappen Bad Gasteins.

Das Tal gehörte geschlossen dem Stammesgeschlecht der Sighardinger und fiel nach deren Aussterben im Jahre 1218 an die Herzöge von Bayern. Diese verkauften 1297 die „ Provincia Castuna“ an das Erzstift Salzburg. Im Jahre 1816, nach der Säkularisierung des Erzstiftes, kam das Gasteinertal, als Teil des neu entstandenen Bundeslandes Salzburg, zu Österreich.
Die geschichtliche Entwicklung war durch drei Faktoren bestimmt: Das Badewesen, den Bergbau und die alpine Landwirtschaft in höchsten Almregionen.
Die Sage erzählt: Die beiden Einsiedler Primus und Felizian (die Kirchenpatrone der Gasteiner Kirche) fanden einen waidwund geschossenen Hirsch, badeten seine Wunden in einer warmen Quelle, das Tier wurde gesund, und so entdeckte man die Heilkraft des Gasteiner Thermalwassers. Die erste sichere Nachricht für die medizinische Nutzung des Heilwassers stammt aus dem Jahre 1350. Es gibt in Bad Gastein 18 Thermalquellen, die mit einer Temperatur von 45° Celsus aus dem Berg entspringen. (5  Mio. Liter tägl.)

Die Thermalbäder wurden weltbekannt und viele berühmte Gäste kamen nach Bad Gastein, eine große Zahl von Kaisern, Königen und Potentaten im 19.Jhd., unter ihnen Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth von Österreich sowie Kaiser Wilhelm und Fürst Bismarck aus Deutschland. Am 19. Juli 1887 war Kaiser Wilhelm I das zwanzigste Mal in Bad Gastein, 1888 starb er, und um ihm ihre große Ehrfurcht zu bezeugen, brachten ihm die Bad Gasteiner einen Kranz von 3000 selbstgepflückten Edelweiß an sein Grab nach Berlin. Diese wunderschöne, hochalpine Blume war damals – wie auch heute – sehr selten zu finden.

Wesentliche Impulse zur Entwicklung des modernen Alpinismus gab Erzherzog Johann, auf dessen Initiative hin die erste hochalpine Schutzhütte am Gipfel des Gamskarkogels errichtet wurde.

Mit der Fertigstellung der alpendurchquerenden Tauernbahn im Jahre 1909 (1905 Bahnhofseinweihung durch Seine Majestät) setzte der große Tourismus ein, der zunächst auf Kur- und Erholungsaufenthalte während der Sommermonate beschränkt blieb. 1946 wurde der erste Sessellift in Betrieb genommen und der Wintersport begann an Bedeutung zu gewinnen und erreichte einen markanten Höhepunkt im Jahre 1958, als am Graukogel in Bad Gastein die Schiweltmeisterschaft ausgetragen wurde. Sieger: Toni Sailer.

Heutzutage ist Bad Gastein als Ski- & Wanderparadies sowie als  Kur – und Erholungsort  weltbekannt.

Gastein – Treffpunkt der Weltpolitik
Während der Kaiserbesuche fanden mehrmals diplomatische Verhandlungen statt, welche Bad Gastein in das Blickfeld der Weltöffentlichkeit zogen. Die bedeutendsten waren 1865 die „Gasteiner Konvention“, die den Frieden zwischen Dänemark, Preußen und Österreich besiegelte, bei welcher Graf Blome für Österreich und Bismarck für Preußen die Verhandlungen führte, während 1878 in Bad Gastein der „Dreibund“ zwischen Österreich, Deutschland und Italien abgeschlossen wurde, bei welchem Österreich durch Graf Andrassy und Botschafter Freiherr von Beust, Deutschland durch Fürst Bismarck und Fürst Hohenlohe, Italien durch den italienischen Botschafter Crispi vertreten waren. Vor allem in Bismarcks Zeiten blieb Bad Gastein das „Bad der Diplomaten“.

Im Sommer 1949 vollendeten Hubert Marischka, Rudolf Österreicher und Ludwig Schmidseder in Bad Gastein ihre Operette „Abschiedswalzer“. Von den großen Dirigenten kamen bis 1937 u.a. Franz Schalk, Felix Weingartner und Arturo Toscanini.

Kaiserin Elisabeth von Österreich (1837-98) verfasste insgesamt vier Gedichte über Gastein, so z.B. auch jenes vom 1. Juli 1886 während ihres ersten Aufenthaltes in Bad Gastein mit dem Titel “Gastein” (Quelle: Schweizerisches Bundesarchiv, Bern):

“Nur kranke Glieder dachte ich zu bringen,
wo mystisch deine heissen Wasser springen,
geheimnisvoll versagend und ertheilend,
hier jede Hoffnung raubend, dort heilend.

Doch wie der Hirsch von trauter Heimatstelle,
den Pfeil im Herzen, sich flüchtend an die Quelle,
So bring ich dir ein Herz, zu Tode verwundet;
vernarben mag’s, doch ob es je gesundet?”

 

Die Geschichte des Bergbaus
Mit Bestimmtheit kann angenommen werden, dass die Taurisker (Kelten), die als geschickte Bergleute und Bearbeiter des Erzes bekannt waren, tatsächlich hier in Gastein und im benachbarten Gebiet den Goldbergbau betrieben haben. Dazu bedurfte es vorerst keiner besonderen Einrichtungen, da man das Gold im Tagbau bis zu einer Tiefe von höchstens 5 m und auch durch Flusswäscherei gewann.

Sowohl Sagen als auch Schriften aus der Zeit des beginnenden 8. Jh.s versichern, dass man an den ehemals römischen Bergwerken an der Tauernkette des Nassfeldes wieder zu arbeiten begonnen habe, wobei vor allem die Flusswäscherei genannt wird. In der von Erzbischof Heinrich erlassenen ersten Bergordnung von 1342 wird der “Bergbau in der Gastein” ausdrücklich genannt. Demnach dürfte er wahrscheinlich im 13. Jh. neu erschlossen und, als er größere Bedeutung erhielt, in gesetzliche Bahnen gelenkt worden sein. Bald wachten eigene Bergrichter über die Einhaltung dieser Verordnung. Friedrich der Bleikolb und Niklas von Laven mit seinem Schreiber Ortlein werden als älteste Gewerken namentlich genannt.

Durch den aufblühenden Goldbergbau erhielt das Wirtschaftsleben des Gasteiner Tales einen ungeahnten Auftrieb. Aus dem ganzen Reiche strömten sowohl Knappen wie auch Gewerken in das entlegene Hochtal, um hier ihr Bergmannsglück zu versuchen. Der immer mehr zur Entfaltung kommende Bergbau bot durch den gesteigerten Aufwand der Knappen und Gewerken (die in Hofgastein ihre Hauptmagazine hatten) die mannigfaltigste Gegenfracht. Zu beiden Seiten der Tauern siedelten sich wohlhabende Landwirte als sogenannte „Samer“ an, die mit Zügen von 20 bis 50 Pferden das Überbringen der Frachten bis zu den Fahrwegen besorgten. Selbstverständlich blühte damit in Verbindung auch das Handwerk auf.

Das im Gasteiner Tal verdiente Geld wurde immer wieder in den Gasteiner Betrieben angelegt. Die Kaufleute wurden Bergherren und die Bergherren betrieben Kaufmannsgeschäfte. Die Erzbischöfe griffen im eigenen Interesse stets fördernd ein und sorgten auch für den Ausbau der Handelsstraßen. Beredtes Zeugnis von dem Reichtum, der sich in dieser Zeit in der Gastein ansammelte, sind die Bauwerke des Marktes zu Hof in der Gastein. In Salzburg entstanden infolge dieses wirtschaftlichen Aufblühens große und bedeutende Handelshäuser. Kauf-, Speditions- und Wechselhäuser wurden gegründet. Handwerker, Bauern, Bürger und Kaufleute aus Deutschland, insbesondere aus Franken, Schwaben und Sachsen, aber auch aus Italien nahmen mittelbar oder unmittelbar an der unglaublichen Entfaltung des Gasteiner Bergbaues teil.

Bergbahnen und Berglifte
Trotz der schwierigen Situation nach dem 2. Weltkrieg wurde schon für den Winter 1945/46 der Entschluss gefasst, wenigstens einen Skilift aufzustellen. Tatsächlich konnte die Anlage S. Wührer/Ing. Landl als sogenannter “Haimalmlift” am 30.12.1945 am Graukogel fertiggestellt werden. 1947 errichtete die Gemeinde Bad Gastein die Graukogel-Sesselliftanlage, eine Fortsetzung des Haimalmliftes. 1948 beschloß man, einem Standseilprojekt auf den Stubnerkogel näherzutreten. Die Finanzierung dieses Planes gelang jedoch nicht. Im Jänner 1951 wurde dann aber eine Gondelbahn feierlich eröffnet. 1954 übernahm die Stubnerkogel-Bergbahngesellschaft die gesamte Anlage des Graukogelliftes, und im gleichen Jahr wurde der Jungeralm-Sessellift auf dem Stubnerkogel errichtet. 1987 erfolgte der komplette Neubau der Stubnerkogel-Gondelbahn. Nach dem Bau der neuen Nassfeld-Alpenstraße (1970 bis 1972) wurde schließlich das Gebiet um das Nassfeld neu für den Wintersport erschlossen; es entstand die Region “Sportgastein”.

1946 erfolgte die Eröffnung des ersten Skiliftes in Bad Hofgastein von der Talstation bis zur “Äroplan” (Kitzstein). 1964 wurde die Standseilbahn (Talstation-Kitzstein), 1966 die Luftseilbahn eröffnet. Die Bergbahn-Anlagen der Schlossalm boten im Jahre 1976 bereits eine Förderleistung von 12.000 Personen pro Stunde. In Dorfgastein wurde 1971 die erste Gasteiner Skischaukel eingerichtet.

Die St.-Preims-Kirche
“Anno 696 ist die Kirche bei dem Pad, so St. Primus geannt, erpaut worden”, berichtet unser Chronist von 1540.  Urkundlich ist die Preimskirche 1333 erstmalig genannt. In den Jahren 1699 bis 1706 erfolgten kostspielige Restaurierungen, da neuerlich schwere Schäden aufgetreten waren. 1858 musste der Bau abgetragen werden, und nach manchem Planen erfolgte am 14.2.1866 die Grundsteinlegung zu einem Neubau. Die Kirchenweihe fand am 27.11.1876 statt. Nach 1952 erfolgte die gelungene Innenrestaurierung des Baues. Im Jahre 1977 konnte die Kirche ihr 100jähriges Bestehen feiern. Seit Ende 1995 werden die Messen wieder in der Pfarrkirche gehalten, nachdem man zeitweise zur alten Nikolauskirche ausweichen musste.

Die Nikolauskirche
Die Nikolauskirche stellt das älteste Baudenkmal des Gasteiner Tales dar, das sich in nahezu unveränderter Form seit dem Mittelalter erhalten hat. Erstmalig wird diese zweite Filialkirche Hofgasteins 1412 urkundlich genannt. 1755 entstand der von einem unbekannten Meister geschaffene Hochaltar mit dem Altarbild des Hl. Nikolaus, umgeben von den zwei Holzplastiken des Hl. Martin und des Hl. Ulrich. Die Seitenaltäre wurden nach der Restaurierung von 1952 versetzt, um die alten Fresken freizulegen. In den Jahren 1950-1952 erfolgte eine großzügige Innenrestaurierung, die das Ziel hatte, die ursprünglichen Bauformen, Innengestaltung und Fresken wiederherzustellen. 1989 beging man feierlich das 600-Jahr-Bestandsjubiläum der Nikolauskirche, und 1993 wurde vor der Kirche anlässlich des 500. Geburtstages von Paracelsus ein vom Bischofshofener Bildhauer Dr. Guido Friedl geschaffenes Paracelsus-Denkmal enthüllt.

Die “Evangelische Christopheruskapelle” in Bad Gastein
1867 wurde der Plan gefasst, in Bad Gastein ein evangelisches Gotteshaus zu errichten. 1955-1958 wurde die Kapelle gründlich renoviert, und 1972 konnte die festlich gestaltete Jahrhundertfeier begangen werden.

Die Kirche “Maria von dem guten Rat” in Böckstein
Auf einem aus der Eiszeit stammenden Hügel liegt am Abschluss des Haupttales die vielbesuchte Gnadenkirche “Maria von dem guten Rat”, deren erster Baustein am 18. Juli 1764 aufgesetzt wurde. Am 26.7.1766 fand die Kirchweihe durch Erzbischof Sigismund Graf Schrattenbach statt. 1951-1952 wurde die Kirche vollständig restauriert und der Hochaltar von manch stöhrendem Beiwerk befreit. Eine neuerliche Außen- und Innenrenovierung wurde 1975 bis 1977 durchgeführt. Die letzte große Renovierung erfolgte 1995, als es darum ging, die 1895 von der bekannten Salzburger Orgelbauwerkstatt Albert Mauracher erbaute Orgel, wegen der inzwischen eingetretenen klanglichen und technischen Mängel, zu sanieren.

Altes Kraftwerk am Wasserfall:

Im Herzen Bad Gasteins und am Fuße des Bad Gasteiner Wasserfalls befindet sich das historisch bedeutende, alte Bad Gasteiner Wasserkraftwerk.
Das Kraftwerk wurde nach Plänen von Leopold Führer, einem Schüler Otto Wagners, durch die Gemeinde Bad Gastein errichtet. Bei seiner Inbetriebnahme 1914 galt es als erstes und größtes Wasserkraftwerk im Salzburger Land. Ursprünglich gebaut, um die Mechanisierung des Bad Gasteiner Goldbergbaus voranzutreiben, versorgte es bald das gesamte Tal mit Strom. Heute ist das alte Kraftwerk nicht nur ein Industriedenkmal, sondern zugleich ein Zeitzeuge der Geschichte der Elektrizitätsgewinnung. Im Kraftwerk wird die „elektrische“ Tradition des Kurortes beleuchtet, die bis in das Baujahr 1886 zurückreicht. Bad Gastein war zu dieser Zeit der erste elektrisch beleuchtete Kurort in Europa. Nach seiner Stilllegung im Jahre 2004 kaufte die Gemeinde das Kraftwerk zurück und stellte das Gebäude unter Denkmalschutz. Heute weht ein frischer Wind im alten Kraftwerk. Mit Kunst und Kultur schlägt Bad Gastein eine Brücke von der Tradition zur Moderne.

Grand Hotel de l`Europe
Das ehemalige Grand Hotel de l`Europe wurde in den Jahren 1906 – 1909 von Viktor Leopold Sedlacek erbaut. Durch den Bau der Eisenbahn (die Tauernbahn wurde 1905 bis Bad Gastein und 1905 die durchgehende Bahn von Schwarzach/St.Veit bis Spittal/Millstättersee eröffnet) schnellten die Besucherzahlen im aufstrebenden Kurort Bad Gastein enorm an. Sedlacek kaufte in Bad Gastein einen Baugrund und errichtete dieses Großhotel, welches nicht nur das modernste, sondern auch das größte Hotel in Bad Gastein werden sollte. Mit der Planung und Bauleitung wurde der Linzer Dombaumeister Matthäus Schlager beauftragt.  Die Bauarbeiten wurden von der Bad Gasteiner Baufirma Comini durchgeführt. Das Hotel bot 250 Gästen Platz, der Speisesaalanbau war 370 m² groß. 160 Mitarbeiter waren um das Wohl der Gäste bemüht. Viktor Sedlacek beherbergte berühmte Gäste wie die Erzherzöge Franz Ferdinand von Österreich-Este und Peter Ferdinand von Toskana, die Fürstin Marie Luise zu Isenburg und auch die höchste Beamtenschaft der gesamten k.u.k. Monarchie, Industrielle und Künstler. Im Sommer 1909 belegte der „Eisenbahnkönig“ Edward Henry Harriman mit Gattin und Gefolge 22 Zimmer.
Nach Einbrüchen im Ersten Weltkrieg begann 1924 mit einem Kongress der Internationalen Hoteliervereinigung ein neuer Aufschwung. Neben anderen Investitionen ließ Sedlacek 20 Luxusmarmorbäder einbauen und gab bei den Wiener Künstlern Alexander und Leopold Rothaug 12 großflächige Gemälde aus der Nibelungensage für das „Gösserstüberl“ in Auftrag. Zu den berühmten Gästen dieser Epoche zählt beispielweise König Ferdinand von Bulgarien, der Maharadscha von Baroda und König Faisal I von Irak.
Die 1933 eingeführte „Tausend-Mark-Sperre“ brachte einen gewaltigen Einbruch. 1937 starb der Gründer des Europes. Als sein Sohn Alfred den Betrieb übernahm, war der Betrieb stark angeschlagen. Immerhin besuchten auch nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich berühmte Gäste das Grand Hotel wie z.B. die Schauspielerin Olga Tschechowa oder Geheimrat Wilhelm von Opel. Im März 1945 wurde das Hotel beschlagnahmt und ein Lazarett eingerichtet. Ab der Sommersaison 1946 stand es wieder für zivile Gäste zur Verfügung. 1948 ließ Dr. Alfred Sedlacek diverse Umbauarbeiten durchführen und ab dieser Zeit war auch ein Winterbetrieb möglich. In den 50er – Jahren scheinen in den Gästelisten Namen wie Hertha Feiler, Grethe Weiser und Theo Lingen auf, anlässlich der Ski-Weltmeisterschaft 1958 logierte hier der englische Dramatiker William Somerset Maugham. Zu den wohl berühmtesten Gästen nach dem Zweiten Weltkrieg zählt der Schah von Persien, Mohammad Reza Pahlavi (1965).
Aber das schwere übernommene Erbe und ständige Verluste zwangen Dr. Sedlacek, das Hotel 1968 zu schließen. Der Turnauer-Konzern übernahm das Haus mit der Villa Solitude, aber es blieb geschlossen.
1980 erwarb der Wiener Arztsohn Reinhardt Stefan Tomek mit einer Investorengruppe das Hotel Europe. Nach aufwändigen Sanierungen erfolgte Ende 1982 die Wiedereröffnung. Immerhin wurden in drei Geschossen 60 Appartements in „Wohnungseigentum mit gewerblicher Nutzung“ zum Kauf angeboten. Als Küchenchef engagierte Tomek den damals 24-jährigen Bad Gasteiner Jörg Wörther. Tomek schwebte ein Luxushotel vor und anlässlich der Neueröffnung zum Jahreswechsel 1982/83 gelang es ihm, den ORF und einen deutschen Fernsehsender zu einer Live-Übertragung der großen Silvestergala mit Liza Minelli nach Gastein zu bekommen. Es folgten Auftritte von Shirley Bassey und Charles Aznavour. 1985 übersiedelte das Spielcasino in das Grand Hotel de l`Europe. Aber ein Gästeschwund, gerade in der gehobenen Hotelbranche, die Waldheim-Debatte und die Dollarschwäche werden hier auch als Gründe angegeben, brachten Tomek in große Schwierigkeiten und trotz aller Anstrengungen musste der Hotelbetrieb 1988 endgültig geschlossen werden.
In den letzten Jahren wurde auch die letzten Hotelappartements an private Eigentümer verkauft und die Säle im Untergeschoss werden vom Kur- und Tourismusverband Bad Gastein und dem Gasteiner Kulturkreis für verschiedene Veranstaltungen genutzt.
Im Jahr 2009 wurde anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Grand Hotel de l`Europe in Bad Gastein“ eine Broschüre, verfasst von Dr. Laurenz Krisch, mit der Geschichte des Hauses herausgegeben.