Künstler 2018

CLEMENS HOLLERER *1975
Clemens Hollerer wurde in Bruck an der Mur in  Österreich geboren.
Nach einem Studium für künstlerische Fotografie besuchte er 2006/2007 postgraduate das HISK- Higher Institute for Fine Arts, in Antwerpen/Genf, Belgien.
Hollerers künstlerische Arbeiten beleuchten Zerstörung in all ihren Formen, Leit- und Begrenzungssysteme, sowie Menschen und deren Verhaltensmuster in urbanen Zonen.
Er beschäftigt sich mit Raumwahrnehmung, der Psychologie von Baustellen, sowie Katastrophen und deren Nachwirkungen. Resultierend daraus bilden Skulpturen und komplexe, raumgreifende Installationen sein Hauptschaffen. Sein ständig wachsendes Fotoarchiv dient ihm dabei als konzeptuelle und visuelle Basis. 2011 nahm Clemens Hollerer am offiziellen Rahmenprogramm der 54. Biennale in Venedig teil. Nach Nominierungen für den Future Generation Art Prize und den Zurich Art Prize 2010 erhielt er 2014 das Staatsstipendium für Bildende Kunst.

SIMON MODERSOHN *1991
Simon Modersohn wurde in Ottersberg bei Bremen geboren. Er ist Masterstudent bei Werner Büttner an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg.
Der in Hamburg lebende Maler gewann 2017 mit seinen Bildern den zweiten Platz beim Hiscox Förderpreis. Es geht ihm um Erkenntnis durch Irritation.
Das allzu Bekannte, die Banalität des Alltags und dessen vielfältige Erscheinungen geben ihm Anlass zur Bildfindung.
In seinen Bildern führt Modersohn die Betrachter*innen in scheinbar vertraute Welten.
Zwischen Humor und Ernst erzeugt er neue Wirklichkeit. Heimeligkeit, scheinbare Vorstadtidylle und Unheimlichkeit derselben verursachen wechselnde Empfindungen vor seinen Bildern. Es ist diese Irritation, erzeugt durch das Vertraute in unvertrautem Zusammenspiel zwischen real und surreal, mit der er in seinen Bildern Erkenntnis stiftend den Betrachter verunsichert.

 

 

FREDERIKE VON CRANACH *1976
Frederike von Cranach wurde in Heidelberg geboren. Sie absolvierte zunächst ein Studium im Fach Modedesign, bevor sie sich ausschließlich auf die Kunst konzentrierte. Danach folgten Studiengänge an der Wackers Akademie in Amsterdam und an der Escola de Artes Visuais do Parque Lage in Rio de Janeiro. Heute lebt und arbeitet sie in London.
Ihre Hauptinspirationsquelle sind Egagropili- strohartige faserige Objekte die aus dem Mittelmeer stammen. Mit Hilfe dieser „Seebälle“ kreiert sie eine andersartige Welt aus Skulpturen und Papierarbeiten. Die Egagropili dienen oftmals als Medium, um organische Prozesse und Zustände in der Natur oder der menschlichen Umgebung auszudrücken. Auf diese Weise entstehen kraftvolle Werke durch leise Mittel. Ihre Arbeiten sind monochrom, zeitlos, schwebend und losgelöst von realen Größenverhältnissen. Cranach experimentiert zudem mit unterschiedlichen Materialien und Techniken, um so den kreativen Prozess ständig weiter zu entwickeln, ohne dabei die substantielle Präsenz der Egagropili aus den Augen zu verlieren.

ANNA MAJA SPIESS *1986
Anna Maja Spiess studierte Bildhauerei bei Professor Olaf Metzel an der Akademie für Bildende Künste in München.2013 erwarb sie ihr Diplom mit Auszeichnung.
In ihrem Werk beschäftigt sie sich mit Formen und Konzepten von Erinnerung. Die auf den Raum bezogenen installativen und teils performativen Kunstwerke laden den Betrachter dabei zur Auseinandersetzung und Identifikation sowohl mit seiner als auch anderer Vergangenheit ein, auch wenn diese Vergangenheit zunächst zeitlich oder geographisch fremd oder fern erscheinen mag. Durchzogen von autobiographischen Anteilen, die in Konstellation mit historischen Artefakten, Fundstücken und Diskursen gebracht werden, wird der Betrachter so unmittelbar in ihre konzeptuell wie materiell ansprechenden Arbeiten mit einbezogen: sein Verhalten, seine Reaktion und seine Anteilnahme am Werk werden Teil ihrer Kunst.

 


NANECI YURDAGÜL *1979

Naneci Yurdagül geboren in Frankfurt am Main, ist ein biodeutscher Bildhauer und Performance Künstler. Er studierte bis zu seinem Meisterschüler Abschluss 2011 Freie Kunst & Bildhauerei an der Städelschule, Frankfurt am Main sowie Freie Kunst & Performance an der Université de Vincennes – Saint Denis, Paris. Yurdagül beschäftigt sich mit gesellschaftlich–politischen Phänomen. Seine Werke verstehen sich als Zeitdokumente, welche mit einer Vielzahl künstlerischer Mittel die ihnen eingeschriebenen sozialen Differenzierungen offenlegen. Sprache ist Material und Ausgangspunkt in Yurdagüls konzeptuellen klaren Arbeiten, deren performative Entwicklung stets im Vordergrund stehen.
Seine Werke und Performances waren unter anderem zu sehen:
Staatliche Kunsthalle Baden–Baden, Museum für Moderne Kunst und Portikus Frankfurt am Main, Wilhelm Hack Museum Ludwigshafen, Museum of Art Tel Aviv, Kunstforeningen
GL. Strand Kopenhagen, Opelvillen Rüsselsheim, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, Kunstverein Heidelberg, 14. Biennale Istanbul, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin.
Yurdagül wird vertreten durch die Galerie Sabine Knust & Matthias Kunz in München.

MAGDA KRAWCEWICZ *1978
Magda Krawcewicz wurde in Polen geboren und studierte von 2000 bis 2006 an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. In den Arbeiten von Magda Krawcewicz werden zunehmend figurale Formen verwendet, jedoch nicht im Sinne eines neuen Naturalismus, sondern vielmehr als Bestandteil von Auflösung und Fragmentierung. Sie lässt sich von dem Spannungsfeld zwischen „ganzen“ und „aufgelösten“ Körpern faszinieren und thematisiert dabei nicht zuletzt den diese Körper umgebenden Raum. Raum ist die Abstraktion von Körper oder Gestalt, von Form und Sinn in einem. Wenn wir von allem absehen, was eine Gestalt ausmacht, so ist sie bloße Figur im Raum. Je weiter entfernt die Empfindungen und ihre Gewissheiten sind und je mehr sich das Gefühl im Selbstgefühl der Seele verliert, desto mächtiger werden die Figurationen der Erinnerung. Die Beseelung unserer Wahrnehmung wird dann umso mächtiger, je weniger Gewissheit ihr entgegensteht. Magda Krawcewicz gelingt es also, uns mit ihren Malereien und Skulpturen mehr als nur ein Bild zu liefern. Öffnen wir uns, so können wir ihre Arbeiten als Reflexion, als Spiegel unserer aller Seele/Verschiedenheit verstehen.