Montanmuseum Altböckstein

Die historische Montansiedlung Altböckstein gilt als besonderes und erhaltenswürdiges Industriedenkmal. Im Montanmuseum erhält man Einblicke in die Entwicklung der Bergbautechnik und der Erzförderung. Die Besucher erfahren viel über die Geschichte des Edelmetallbergbaues im Gasteiner Tauernbereich sowie über die Erzaufbereitungsanlage in den ehemaligen Gebäuden “Salzstadl” und “Säumerstall“.

Das Museum ist vom 13.05. bis 30.09.2012 täglich von 15.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt für den Salzstadel kostet 4,00 €. Der ermäßigte Preis beträgt 2,00 €.

Führungen finden am Dienstag und Donnerstag um 15 Uhr statt. Treffpunkt ist vor dem Museum. Am Dienstag wird das Kraftwerk, der Samerstall und das Salzstadl besichtigt. Am Donnerstag  gibt es einen historischen Spaziergang wo der Samerstall und das Salzstadl auch besichtigtwird. Die Führung kostet  5,00€. 

Sonderführungen finden ab einer Mindestteilnehmerzahl von  7 Personen statt.

Informieren und anmelden können Sie sich unter dieser Telefonnummer:
+43-(0)6434-5414

Die Anlage aus dem Jahre 1741 wurde Ende der 70er Jahre restauriert und informiert heute als Museum über die den historischen Bergbau im Ort. Die Montansiedlung Altböckstein besteht aus mehreren Gebäuden, dazu zählen Betriebsstätten sowie Verwaltungs-, Wohn- und Stallgebäude. Besonders beeindruckend ist die rekonstruierte und funktionsfähige Aufbereitungsanlage, die der Anlage einen industriearchäologischen Charakter verleiht.

Der “Salzstadl”, der heute im Montanmuseum Altböckstein die Funktion des Bergbaumuseums übernommen hat, wird der Gold- und Silberbergbau im Gasteinertal anschaulich dokumentiert. Im Säumerstall-Museum befindet sich der funktionierende Nachbau einer Erzaufbereitungsanlage mit Pochen, Goldmühle und Stoßherd, aber auch Wissenswertes zur Bohrtechnik sowie zu den Lade- und Fördermittel als auch zum Brauchtum und Tracht wird vermittelt.

Eine angeschlossene Museumsbibliothek umfasst unzählige Bücher, die sich allesamt mit der Thematik Montangeschichte und Edelmetallbergbau beschäftigen.

 Anschließend noch  weitere Infos über die Geschichte des Goldbergbaues:

Zur Jahrtausendwende wurde Freigold gefunden und dies hat den Goldrausch ausgelöst. Im Jahre 1342 erließ Erzbischof Heinrich von Pyrnbrunn als Salzburger Landesherr die erste Bergordnung, somit begann ein geordneter Abbau des Edelmetalls.

Nach wirtschaftlich eher unbedeutenden Anfängen, begann Ende des 15. Jahrhunderts der eigentliche montanhistorische Großbetrieb und zwar zunächst mit dem Kapital süddeutscher Handelshäuser. Die bedeutendsten unter ihnen waren das Handelsunternehmen der Familie Fugger. Ihnen folgten heimische Großgewerken, die Weitmoser, die Zott und die Strasser. Das beste Bringungsjahr war 1557 mit 830 kg Gold und 2723 kg Silber. Die besonders reichen Erzlager waren aber bald erschöpft und die Gewerken stellten den Goldbergbau ein.
Im Jahre 1616 übernahm der Landesherr Erzbischof Markus Sittikus den weiteren Abbau, um die arbeitslosen Knappen zu beschäftigen. Erst 1642 – mit der Einführung des Pulversprengens und die Errichtung der Montananlage in Altböckstein (1741) – wurde der Ertrag wieder wirtschaftlich.
Der Einsatz neuer Technologien (Pocher, Stoßherde sowie Amalgation) verbesserte die Goldausbringung und somit die gesamte Produktivität ganz erheblich. Unter Erzbischof Hieronymus Colleredo wurde der Bergbau an das österr. Kaiserhaus zurückgeführt.
Eine Gesellschaft privater Gewerken gründete die “Erste Gewerkschaft Radhausberg 1864″, arbeitete dann mit mäßigen Erfolg weiter. Als auch sie aufgaben (1907), ergriff
der Tunnelbauer Ing. Karl Imhof eine neuerliche Initiative, doch blieb auch ihm, trotz Einsatz schweizerischen Kapitals, ein wirklich großer Gewinn versagt.
Zuletzt versuchte die deutsche Firma Preuß AG (1938-1945) ihr Glück. Der in Talnähe in den Radhausberg getriebene Stollen erwies sich als Fehlschlag, da die angefahrenen unteren Erzgänge taub waren. Man fand eine heiße Zone, die heute für Therapiezwecke unter dem Namen “Gasteiner Heilstollen” genützt wird.

 
     
   
   

Hinterlasse eine Antwort

*

captcha *